Knast sind immer die anderen

„Knast“ – das sind in der öffentlichen Rezeption vornehmlich „die anderen“: ein Phänomen, eine Wirklichkeit, die einen nicht zu betreffen scheint. Die Ausstellung in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) versuchte die künstlerische Annäherung an dieses System, das, obwohl zunehmend ins Abseits gedrängt, ein kontinuierlicher, aber wenig wahrgenommener und hinterfragter Bestandteil gesellschaftlichen Alltags ist. Aus unterschiedlichen Perspektiven wurden die Grenzen der Institution Gefängnis befragt, aber auch ihre Durchlässigkeiten, die spezifische Formen des Austauschs und des Diskurses entstehen lassen. Viele der teilnehmenden Künstler*innen beweg(t)en sich über längere Zeit direkt im Strafvollzug. Sie agierten als Initiator*innen, Vermittler*innen, Moderator*innen und Eindringlinge in das hermetische System des Strafvollzugs und schafften unbesetzte Räume. In den meisten Fällen waren Inhaftierte Co-Autor*innen der Werke. Andere Positionen bezogen sich beobachtend oder modellhaft auf den Justizvollzug und befragten die spezifischen räumlichen und sinnlichen Bedingungen von Freiheitsentzug.

22. August–27. September 2009, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst

Eine Ausstellung der NGBK-Arbeitsgruppe: Susanne Hanus, Heide Hinrichs, Annika Niemann, Nadin Reschke, Per Traasdahl und Karen Weinert.

Mit Arbeiten von: ArtSourceLab, Angelika Böck, Mauricio Dias und Walter Riedweg, Wannes Goetschalckx, Susanne Hanus, Katharina Heilein, Heide Hinrichs, Nadin Reschke, Laurie Jo Reynolds, Judith Siegmund, M.B. und Doreen Uhlig, Karen Weinert, Eyal und Ines Weizman, Artur Zmijewski

http://knast-sind-immer-die-anderen.blogspot.com/

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog.

Katalog Knast sind immer die anderen

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