Agora_Werkstatt

Schaut man sich im Deutschen Bundestag um, so trifft man allerorten auf Kunst: In Foyers und Innenhöfen, Treppenhäusern, Büros und Sitzungssälen – mehr als 100 Kunstwerke von bekannten KünstlerInnen unserer Zeit wurden im Zuge der Neu- und Umbauten für die Parlamentsgebäude geschaffen. Eines davon ist die Installation „Der Bevölkerung“ von Hans Haacke im Lichthof des Reichstagsgebäudes. Rund um die großen weißen Leuchtbuchstaben wuchern Brombeeren und Gräser, Farne, Blumen und ein Kastanienbaum: Haacke hat die Bundestagsabgeordneten eingeladen, einen Zentner Erde aus ihrem Wahlkreis um den Schriftzug auszustreuen. Das Kunstwerk macht deutlich, dass die im Parlament verhandelten Fragen alle Bürger*innen gleichermaßen betreffen. Zugleich eröffnet es eine Reihe von Fragen: Wer ist die „Bevölkerung“? Mit wessen Stimme werden Abgeordnete gewählt? Und wie sehen die Räume aus, in denen politische Meinungen gefunden und Entscheidungen getroffen werden – im Bundestag, in der Schule, in unserem persönlichen Lebensumfeld?

In der „Agora_Werkstatt“ entwarfen und bauten die SchülerInnen der Klasse 10.22 der Carl-von-Ossietzky-Schule Kreuzberg ihren eigenen Versammlungsort als temporäre Architektur/Skulptur auf dem Schulgelände – ein Ort des Austauschs, der Meinungsbildung, der Diskussion und Aushandlung von Fragen des Zusammenlebens. Ausgangspunkt war dabei die „Agora“: der zentrale Markt-, Fest- und Versammlungsplatz im antiken Griechenland. Wie kann ein solcher Ort heute aussehen? Welche Funktionen sollte er erfüllen? Und welche Fragen werden dort diskutiert?

Projektleitung: Annika Niemann und Nadin Reschke

Ein Kooperationsprojekt des Kunstvermittlungsprogramms „Kunst im Parlament!“ des Deutschen Bundestages mit der Klasse 10.22 der Carl-von-Ossietzky-Schule Kreuzberg und dem Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“, 2014

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